Körperschmuck im Beruf

Ich habe heute morgen im Tram eine Diskussion zu diesem Thema überhört. Alle DiskutantInnen vertraten zusammengefasst etwa folgende Meinung:

Je grösser die Zielgruppe des Unternehmens ist, desto  konventioneller muss die MitarbeiterIn aussehen, um möglichst vielen Kunden gerecht zu werden. Man habe zu akzeptieren, dass sich ältere Menschen oft unwohl fühlen, wenn sie es mit einem tätowierten und gepiercten Menschen zu tun haben. Konservatives Outfit verleihe ihrer TrägerIn und damit dem Betrieb, für den sie arbeitet, den Ausdruck von Kompetenz.

Es sei deshalb nachvollziehbar dass Versicherungen, Geldinstitute, Anbieter sonstiger hochwertiger Dienstleistungen, hochwertige Servicebereiche wie Fluggesellschaften, Hotels, Restaurants etc. und auch staatliche Arbeitgeber Körperschmuck verpönen.

Mich würde interessieren, wie ihr das seht und wie eure persönlichen Erfahrungen sind.

 

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14 Kommentare zu „Körperschmuck im Beruf

  1. Komische Ansichten imho. Selbst wenn richtig wäre, dass ältere oder poshere Leute oder werimmer so denken: warum diesen Vorurteilen nachgeben und sie damit legitimieren? Es gibt bestimmt ältere oder jüngere Menschen, die sich unwohl fühlen, wenn sie es mit Frauen, Schwarzen, Schwulen oder wasweissderkuckuckwelchen Leuten zu tun haben. Sollte man deshalb die alle auch nicht beschäftigen?

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  2. Ich glaube, dass das nicht (mehr) so ist, wie es deine DiskutantInnen annehmen. Mein Frauenarzt ist zB gepierct und tätowiert, mein Rechtsanwalt zumindest gepierct, und in meiner Bank arbeiten einige erkennbar gepiercte und tätowierte Leute. Das ist natürlich kein Beweis für nichts, aber ich denke, dass sich die Attitude schon sehr schnell und nachhaltig ändert. Ich bin selbst im HR-Bereich bei einem mittelständigen Unternehmen tätig und kann sagen, dass bei uns Look kein Einstellungskriterium ist. Wir wollen uns ja nicht selbst schaden, weil wir aus Vorurteilen qualifizierte Menschen ausschliessen und weniger qualifizierte beschäftigen.

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  3. Sunny, ich bin ja nicht der Meinung, die ich da gehört habe. Ich fand es deshalb so erstaunlich, dass das unisono so vertreten wurde und kein Widerspruch kam. Es ist darüber hinaus auch ein Widerspruch zwischen dem, was wünschenswert wäre und dem, was ist, möglich und wahrscheinlich. Wie sind deine eigenen Wahrnehmungen und Erfahrungen würde mich interessieren.
    Ari, das kommt mir sehr vernünftig von deinem Arbeitgeber vor, aber ob es auch typisch ist? Ich bin mir da nicht so sicher

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    1. am Land draussen mag das noch die Regel sein, aber für die Städte kann ich das kaum glauben. Ich werde nächstens meghr darauf achten, wie das in Banken undsoweiter ist

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  4. Ich denke, wie man im Beruf rumlaufen darf – was auch den Körperschmuck betrifft – hängt immer vom „Kunden“ ab. Ich arbeite im Vorzimmer beim Top-Management einer größeren Firma. Jeans ist okay, da wir einen großen Werkstattbereich haben. Aber ich finde, kaputte Jeans wären da unangebracht.
    Genauso sehe ich das mit Tattoos und Piercings. Wenn meine Kunden vorwiegend junge Leute sind, ist das völlig okay (finde ich z. B. bei Lush Cosmetics super!!!). Bei anderen Tätigkeiten muss man schon etwas „seriöser“ daherkommen, z. B. in einer Bank. Auch da würde es mich persönlich nicht stören, aber da gibt es auch ältere Kunden. Wobei ich da Krawatte & Co. auch übertrieben finde.
    Kurz gesagt, man darf das nicht immer alles gleich sehen und muss abwägen, was in welchem Beruf bzw. Berufsumfeld geht.

    Liebe Grüße,

    Tabea
    http://tabsstyle.com

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  5. Also ich bin Augenoptikerin bei einem großen deutschen Optiker. Bei uns steht im Arbeitsvertrag, dass wir keine sichtbaren Tattoos haben dürfen und auch keine sichtbaren Piercings im Gesicht. Habe selber je drei Löcher in den Ohrläppchen, eins davon Tunnel. Dann ein Helix und ein Tragus. Habe auch ein Zungenpiercing, das ist wohl nicht weiter schlimm, weil es ja meist nicht auffällt. Bei uns hängt vieles vom jeweiligen Niederlassungsleiter ab. Die meisten mit denen ich bisher zu tun hatte akzeptieren auch Nasenpiercings, solange es keine Ringe sind.

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  6. Ich hab weder piercings noch tattoos. Kann mich gerne jeder dafür hassen, aber ich finde es immer noch total idiotisch, dass das so verhasst bei Arbeitgebern ist. Es zählt die Leistung und nicht das Nackentattoo oder wie auch immer. Interessiert mich recht wenig, ob mich bei der Bank jemand mit einem Piercing, einem Tattoo und bunten Haaren berät. Hauptsache die Person versteht etwas von seiner Arbeit. Ich tausche gerne alle unfreundlichen Leute gegen freundliche voll tättowierte Menschen aus.

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  7. Mal Klartext: Wer in einem gesellschaftlichen Umfeld irgendeine Art von Erfolg oder Akzeptanz anstrebt, muss sich gewissen vorherrschenden Konventionen anpassen.
    Es muss halt jeder selbst auszuloten, wo diese wohl im konkreten Fall verlaufen. Man sollte seine Identität nicht an solchen Äußerlichkeiten festmachen und hiermit berufliche Nachteile in Kauf nehmen.

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    1. Das ist mMn kein gutes Lebensmotto. Bescheuerte vorherrschende konventionen ändern sich nur, wenn sie nicht akzeptiert werden. Vor 100 Jahren war es vorhherrschende Konvention, dass Frauen in den meisten Berufen nichts zu suchen haben.

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  8. Es ist eine Altersfrage. Mit 20 ist es cool, man überholt sich im Freundeskreis, wer die meisten Piercings hat. Deshalb sind die Piercings auch als Zeichen von Unreife interpretierbar. Jedes Piercing kann abtörnend unreif oder asi gelten. Asi weil auch die Gruppe der obercoolen Mitt-40er das manchmal trägt, sieht man wenn man sich zum Discounter im Außenbezirk verirrt.
    Das ist eine verunglückte Anbiederung an die Jugend gesehen werden. Da solltest schon genug Selbstbewusstsein mitbringen.
    Ich bin selbst nur noch an zwei Stellen gepierct, die man nicht sofort sieht. Auch meine Tattoos habe ich an Stellen, die in Businessbekleidung null sichtbar sind. Wenn du im besseren Job mal Leute triffst die was tättowiert haben ist das nur peinlich. Meine Meinung halt. Aber so isses

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    1. Mir erscheint das, was du sagst, ziemlich unterkomplex und klassistisch. Darüberhinaus halte ich deine Einschätzung auch für empirisch unhaltbar. Was ist an Körperschmuck genau anbiedernd und wann endet die Jugend für dich?

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    2. ich bin mir sicher, dass du unrecht hast. ich kenne selbst eine 55-jährige frau mit zig sichtbaren piercings, die göttlich, erwachsen und cool aussieht. und selbst eine mittelgrosse unternehmung leitet

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